Eine der häufigsten Erkrankungen der Füße ist der Plattfuß.
Der Plattfuß kann angeboren oder erworben sein.
- Der angeborene Plattfuß kommt teilweise in familiärer Häufung vor, was eine genetische Komponente vermuten lässt. Außerdem tritt er häufig in Kombination mit anderen Fehlbildungen wie der Spina bifida („offener Rücken“), oder Skelettmissbildungen (Hüftverrenkungen, Klumpfuß der gegenüberliegenden Seite) auf. Das Fußskelett ist nicht normal entwickelt, was unter anderem zu einer Längsgewölbeabsenkung und einem Fersenhochstand führt.
- Der taumatischer Plattfuß kann sich nach einer Fraktur der Knöcheln, des Fersenbeins oder anderer Knochen im Fuß entwickeln.
- Der rachitischer Plattfuß kann durch eine Überlastung der geschwächten Knochen zu Stande kommen.
- Der erworbene Senkfuß oder Plattfuß ist der Endzustand eines überlasteten Halteapparats des Fußes. Die Bändern und Muskeln, die das Längsgewölbe aufrechterhalten, sind nicht effizient genug und können das Gewölbe nicht stützen. Das Fußskelett gibt schließlich der Körperlast nach. Häufig beruht der Senkfuß beziehungsweise Plattfuß dabei auf einer angeborenen Bindegewebsschwäche und entwickelt sich oft aus dem kindlichen Knick-Senkfuß. Übergewicht kann die Entstehung eines Plattfußes begünstigen.
In der Regel hat der Fuß zwei Wölbungen eine Längs und eine Querwölbung. Beide Wölbungen dienen der Aufteilung und def Auffederung des Gewichtes. Bei Fehlen dieser Wölbungen sind andere Gelenke, wie Knie, Hüftgelenke und natürlich die Wirbelsäule dazu gezwungen, diese Funktion zu übernehmen, was mit der Zeit zu schweren Folgeerkrankungen führen kann, wie Arthrose und Skoliose. Eine komplette Heilung des Plattfußes ist nur in der Kindheit möglich, bei erwachsenen kann man den Pattfuß nicht heilen sondern seine Fortschreitung aufhalten.
Längspattfuß.
Längsplattfuß kommt bei einer Überanstrengung und Überbelastung der M. tibiales posterior und anterior. Die Längswölbung verliert langsam ihre Auffederungsfunktion und verformt sich unter Zug der M. fibulares longus und breves so, dass der Fuß sich nach Innen dreht. Der M. flexor digitorum brevis und Aponeurosis plantaris sind nicht mehr in der Lage die Längswölbung aufrechtzuerhalten.
Der Plattfuß hängt von dem Gewicht des Patienten: je größer das Gewicht des Patienten ist, desto größer ist die Belastung des Fußes, und desto größer ist der Plattfuß ausgeprägt.
Frauen sind häufiger befallen als Männer und das typische Alter ist von 16 bis 25 Jahre.
Querwölbung.
Bei dem Mechanismus der Entwicklung des Querplattfußes spielt die Aponeurosis plantaris die größte Rolle. Die Klinik des Querplattfußes ist sehr typisch: ein sehr breiter Plattfuß, nach innen herausragendes vergrößertes Grundgelenk des ersten Zehen, Hallux valgus, schmerzhafte Verhornungen der Haut an den Druckpunkten an der Fußsohle, Hammerfinger an dem zweiten und dritten Zehen und Blasen an den restlichen Zehen.
Je größer die Deformität ist, desto heftiger sind die Schmerzen, desto mehr Schwierigkeiten haben die Patienten beim Laufen und Aussuchen der Schuhe und desto schneller ermüden sich die Füße.
Der Querplattfuß ist sehr oft mit einer Fehlstellung des ersten Zehen nach außen kombiniert.
Das typische Alter für das Auftreten des Querplattfußes ist zwischen 35-50 Jahren.
Vorbeugung des Pattfußes.
Man kann das Auftreten und die Fortschreitung des Plattfußes noch in dem Vorschulalter stoppen, wenn der Fuß sich in der Phase der schnellen Entwicklung befindet.
Der Fuß ist in dieser Phase sehr verformbar, das heißt, dass man durch Aufheben der störenden Faktoren und durch bestimmte Übungen die Entwicklung des Fußes noch beeinflussen kann.
Übungen für die Stärkung der Muskulatur.
1. Im stehen, Füße nach innen rotieren, so das die Großzehen zu einander schauen, abwechselnd den Körper nach rechts und dann nach links rotieren, und gleichzeitig den gleichseitigen Fuß auf die Außenseite stellen
2. Dann gehen sie ein Paar Minuten auf den Fußspitzen.
4. Laufen sie ein bisschen mit gebogenen Zehen.
5. Laufen sie mit gestreckten Fingern.
6. Versuchen sie mindestens ein Mal pro Tag auf den Außenkanten der Füße zu gehen, diese Varusstellung wird die fehlerhafte Valgusstellung kompensieren.
7. Im Fußspitzenstand versuchen sie ihre Beine abzuwechseln.
8. Sitzend auf einem Stuhl versuchen sie ihre Beine abwechselnd und zusammen gestreckt anzuheben.


Der Erfolg der Therapie und der Vorbeugung hängt maßgeblich von der möglichst gleichzeitiger Kombination verschiedener Methoden: Physiotherapie, richtigausgewählten Schuhen, Einlagen oder sogar Orthopädischen Schuhen, die Stärkung der Muskulatur und die korrekte Entwicklung des Fußes am besten unterstützen können.
Therapie.
Erworbener Plattfuß
Grundsätzlich ist bei einem erworbenen Plattfuß eine Therapie nicht notwendig, solange keine Beschwerden bestehen. Kommt es aber zu Schmerzen, muss das Hauptaugenmerk einer Therapie darin liegen, das Fußgewölbe besser zu stützen und die Belastung zu verteilen. Dabei kommen sowohl krankengymnastische Übungen zur Verbesserung der Unterschenkel- und Fußmuskulatur sowie Einlagen zum Einsatz. In schwereren Fällen können spezielle Maßschuhe nötig sein.
Bei ausgeprägten, mit Beschwerden einhergehenden Plattfüßen, welche durch konservative Maßnahmen nicht zu beheben sind, kann eine Operation notwendig werden. Dies ist häufig bei arthrotischen Veränderungen im Fuß als Ursache der Fall. Ziel einer solchen Operation ist es, das untere Sprunggelenk zu entlasten (subtalare Arthrodese).
Liegen den Plattfüßen andere Ursachen, wie etwa eine Arthritis, zugrunde, sollte die Grunderkrankung immer mitbehandelt werden. Bei der Entzündung der Tibialis-Sehne werden beispielsweise zusätzlich lokal entzündungshemmende Maßnahmen (Salben etc.) eingesetzt.
Angeborener Plattfuß
Der angeborene Plattfuß sollte gleich nach der Geburt operativ korrigiert werden. Später ist eine langwierige Nachbehandlung mit Gips, Nachlagerungsschalen, Innenschuhen und Einlagen erforderlich. Bestehen nach Wachstumsabschluss weiterhin Fehlstellungen, können diese erneut durch eine Operation korrigiert werden, indem bestimmte Fußanteile versteift werden (Arthrodese).
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